Internet-Telefon

Kündigungsfristen beim Internet- und Telefonanbieter



Unklarheiten bei der Kündigungsfrist vom DSL- und Telefonanbieter halten viele Verbraucher von einem Wechsel ihres Dienstleisters ab. Denn auf dem Markt herrschen unterschiedliche Bestimmungen: Die Kündigungsfrist bei der Telekom sieht anders aus als bei 1&1. Dabei sind die Klagen über schlechte Netzqualität beim Telefonieren oder geringe Surfgeschwindigkeit alles andere als selten. Dazu kommt, dass die Preise für Internet und Telefon heute um 13 Prozent günstiger sind als 2006. Neue Verträge sind daher deutlich preiswerter als alte. Und wer ab und an wechselt, kann monatlich bis zu 25 Prozent sparen. Doch dabei sind selbstverständlich die Kündigungsfristen der DSL- und Telefonanbieter einzuhalten. Ansonsten zahlt der Verbraucher manchmal sogar noch mehr als vorher. Das Team von gesetzliche-kuendigungsfrist.info nimmt die Kündigungsfristen der wichtigsten DSL- und Telefonandienstleister unter die Lupe verrät Ihnen, wo die häufigsten Stolperfallen bei der Kündigung lauern.

Telekom hat kürzere Kündigungsfrist für DSL und Telefon als 1&1

Gesetzliche Fristen bei TelefonverträgenDie Verträge der DSL- und Telefonanbieter verlängern sich nach Ablauf der Mindestlaufzeit automatisch. Es sei denn, der Verbraucher steigt vor Ablauf der Kündigungsfrist aus dem Kontrakt aus. Entscheidend ist hierbei das Eingangsdatum der Kündigung, die am besten per Einschreiben mit der Post verschickt werden sollte. So hat der Kunde einen Nachweis, dass seine Kündigung fristgerecht entgegengenommen wurde. Ein Musterschreiben, das alle Formalitäten der Kündigung enthält, gibt es hier.

Die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen von DSL und Telefon variieren von Anbieter zu Anbieter ebenso wie die Mindestlaufzeiten. Bei der Telekom läuft ein Kontrakt wahlweise für mindestens 12 oder 24 Monate und verlängert sich anschließend automatisch um ein weiteres Jahr. Kunden können noch bis zu einem Monat vor Ablauf der Vertragslaufzeit kündigen. Damit hat der Marktführer Telekom eine kürzere Kündigungsfrist als 1&1. Hier muss die Kündigung mindestens drei Monate im Voraus erfolgen. Dafür bietet 1&1 ebenso wie Alice, O2 und Congstar kurze Verträge über einen geringen Zeitraum von einem Monat an, der sich ohne Einspruch automatisch um einen weiteren Monat verlängert. Doch auch hier müssen Kunden bei 1&1 drei Monate im Voraus kündigen. O2 und Alice haben eine vierwöchige Kündigungsfrist für DSL- und Telefon festgelegt, Congstar ist mit einer Frist von zwei Wochen sogar noch flexibler.

In der Regel liegt die Kündigungsfrist jedoch zwischen einem und drei Monaten. Neue Verträge dürfen laut Gesetz keine längere Mindestlaufzeit als zwei Jahre haben. Zudem ist der Anbieter verpflichtet, zusätzlich ein Angebot mit einer einjährigen Höchstlaufzeit bereitzustellen. Einen genauen Überblick bietet die folgende Tabelle:

Telefonanbieter Kündigungsfristen

TelefonanbieterKündigungsfrist
1&13 Monate
Alice1 Monat
Arcor3 Monate
Congstar3 Monate
Freenet2 Monate
o23 Monate
Tele22 Monate
Telekom1 Monat
Versatel3 Monate
Vodafone3 Monate

Die Auflistung ist jedoch ohne Gewähr und Anspruch auf Aktualität. Daher sollten Verbraucher die aktuell geltende Kündigungsfrist ihres DSL- und Telefon-Anbieters selbst noch einmal genau überprüfen, ehe sie aus Ihrem Kontrakt aussteigen möchten.

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Sonderkündigung bei DSL und Telefon kaum möglich



Sonderkündigung von Telefonanbieter mitsamt DSL nur in Ausnahmefällen möglich
Im Paragraf 314 des Bürgerlichen Gesetzbuches ist ein Sonderkündigungsrecht für Verträge mit langer Laufzeit festgehalten. Dieses besondere Recht trifft dann zu, wenn eine Abwägung der Interessen ergibt, dass es für Kunden unzumutbar wäre, im Vertrag zu bleiben. Diese sehr vage Definiton wurde früher sehr streng auslegt, seit der Reform des Telekommunikationsgesetzes aus dem Mai 2012 sind die Rechte der Verbraucher jedoch gestärkt. Dennoch ist ein problemloser Ausstieg aus dem Vertrag weiter nur in den seltensten Fällen möglich.

Ein Ausnahmefall liegt beispielsweise dann vor, wenn der vereinbarte DSL- und Telefonanschluss über einen längeren Zeitraum außer Betrieb ist. Kann der Anbieter den Anschluss nicht innerhalb einer bestimmten Frist wiederherstellen, bestehen gute Chancen auf eine Sonderkündigung. Das trifft immer dann zu, wenn vertragliche zugesicherte Leistungen nicht eingehalten werden. Allerdings muss der Kunde dem DSL- und Telefonanbieter zunächst eine Chance einräumen, die technische Leistung wieder zu verbessern. Ein solches Szenario tritt am häufigsten bei einem Umzug ein. Hier hat der Verbraucher in den ersten drei Monaten ein Sonderkündigungsrecht, falls die vertraglich zugesicherten Leistungen am neuen Wohnort nicht erfüllt werden können.

Was ist gesetzlich vorgeschrieben?

Gesetzlich vorgeschrieben ist auch ein Kündigungsrecht bei Änderungen der Allgemeinen Gechäftsbedingungen, etwa bei einer Preiserhöhung. Der Kunde kann seine Zustimmung in diesem Fall verweigern und den Vertrag kündigen.

Nicht gesetzlich vorgeschrieben ist ein Kündigungsrecht bei einem Umzug ins Ausland, einer Privatinsolvenz oder dem Tod des Kunden. Doch in diesen Fällen gewähren viele DSL- und Telefonanbieter aus Kulanz eine Kündigung, ohne eine Frist einzuhalten zu müssen. Generell fällt es den meisten Verbrauchern schwer einzuschätzen, ob sie einen Anspruch auf eine Sonderkündigung haben. Im Einzelfall hilft daher eine professionelle Beratung, etwa durch einen Rechtsanwalt am Besten weiter.

Kündigungsfristen von DSL und Telefon einhalten und Stolperfallen vermeiden
Die Kündigungsfristen von DSL und Telefonanbietern sind auf den ersten Blick einfach. Doch in vielen Fällen greifen entscheidende Besonderheiten, die zu einem teuren Missverständnis führen können. Die Verbraucherzentrale Niedersachen hat sechs typische Stolperfallen zusammengefasst, in die Kunden bei der Kündigung von DSL und Telefon häufig tappen.

Beispiele für Kündigungen des Telefonanbieters

Fall 1: Die Kundin Anna kündigt ihren Vertrag rechtzeitig und erhält von ihrem Anbieter eine entsprechende Bestätigung. Nun beauftragt sie bei ihrem neuen Dienstleister die Mitnahme ihrer Rufnummer. Dazu kündigt der neue Anbieter den Vertrag erneut. Der bisherige Dienstleister ist nun der Ansicht, dass dadurch die frühere Kündigung nichtig ist, der Vertrag somit für die nächsten Monate weiterläuft und Sie in dieser Zeit weiter zahlen müssen. Damit Sie einen solchen Konflikt vermeiden, sollten Sie den Anbieterwechsel schon mindestens vier Monate bis zu einem halben Jahrr im Voraus planen. Bei einem sehr kurzfristigen Wechsel ist es nämlich wahrscheinlich, dass der neue Anbieter die Kündigungsfrist versäumt.

Fall 2: Der Kunde Bernd widerruft den Vertrag mit einem neu beauftragten Unternehmen, weil sein bisheriger Anbieter die Konditionen aufgebessert hat. Dabei darf er aber nicht vergessen, auch die Kündigung bei seinem alten Anbieter zurückzunehmen. Vergisst er das, muss er bei seinem bisherigen Dienstleister einen neuen Vertrag abschließen, wodurch beispielsweise die Mindestlaufzeit von vorn beginnt.

Fall 3: Die Kundin Claudia kündigt bei ihrem alten Anbieter und wird daraufhin von der Kundenrückgewinnung kontaktiert. Obwohl sie schon einen neuen Vertrag bei einer anderen Firma unterzeichnet hat, bekundet sie Interesse an einem neuen Tarif. Allein damit wird ohne ihre explizite Zustimmmung schon ein neuer Vertrag geschlossen und weiter Geld vom Konto abgebucht. Nun hat sie also zwei Verträge und sollte am Besten den neuen Vertrag mitsamt der Nummer-Portierung widerrufen.

Fall 4: Der Kunde Dominik stimmt am Telefon einer Gesprächsaufnahme zu, weil ihm versprochen wird, dass er beim Telefonieren sparen kann. Er nimmt an, dass es sich um seinen eigenen Anbieter handelt und antwortet auf die Frage nach Infomaterial mit „Ja“. Wenig später erhält er eine Vertragsbestätigung eines neuen Anbieters. Er hat durch seine Bejahung zusätzlich zum bestehenden Vertrag ungewollt eine Preselection abgeschlossen, also eine Umstellung zu einem neuen Anbieter, der die Anrufe durch eine Betreibervorauswahl nun regelt. Er sollte den Vertragsabschluss dringend bestreiten und widerrufen. Bis dahin muss er vorerst nur für Gespräche im Ausland oder am Handy zahlen oder wenn die vereinbarten Frei-Minuten und SMS bei seinem regulären Anbieter übertroffen sind.

Fall 5: Die Kundin Elisabeth wechselt zu einem Telefonanschluss, der an das Kabelnetz angeschlossen ist. Bei einem solchen „Medienbruch“ wird ein neuer Anschluss zusätzlich zur DSL- und Telefonleitung bereitgestellt, für eine kurze Zeit kann es daher zu doppelten Kosten kommen. Es sollte im Vertrag festgehalten werden, dass der Kabelanschluss erst mit der Abschaltung der alten Leitung aktiviert wird. Ohnehin muss der Kunde erst zahlen, wenn auch die Rufnummer mit portiert wurde.

Fall 6: Der Kunde Farid zieht bei seiner Freundin ein und kündigt seinen Vertrag für DSL und Telefon mit sofortiger Wirkung. Doch sein Anbieter teilt ihm mit, dass er bis zum Ablauf der Vertragslaufzeit weiterzahlen  muss. Das ist rechtmäßig, da die Leitung theoretisch belegt werden könnte. Ein Anspruch besteht nur, wenn die versprochene Leistung am neuen Wohnort nicht eingehalten werden kann.

Leitung darf nicht länger als einen Tag „tot“ sein



Wer die Kündigungsfrist seines DSL- und Telefonanbieters eingehalten hat, sollte anschließend beim Wechsel auch seine Rechte im Detail kennen. Denn auch hier hat das Telekommunikationsgesetz die Position des Verbrauchers gestärkt. Der DSL- und Telefonanschluss darf höchstens einen Tag brachliegen. Andersfalls kann der Kunde seinen alten Anbieter dazu auffordern, die Leitung vorübergehend weiterzubetreiben. Weigert sich das Unternehmen, ist eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur möglich.

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